Dass Chatbots wie Gemini, ChatGPT und Claude Ressourcen verbrauchen, ist mittlerweile hoffentlich allen bewusst. Doch wie viel ist das genau? Ich gehe in diesem Blogpost auf das Thema ein.
Der Auslöser für dieses ganze Projekt war unspektakulär: ein Gespräch mit einer Kollegin in der 9. Klasse. Sie erwähnte beiläufig, dass sie einen Monat ohne ChatGPT ausprobieren möchte, wegen des Wasserverbrauchs. Ich hatte davon noch nie gehört und war ehrlich gesagt unsicher. Also habe ich kurz und knapp selbst recherchiert und musste feststellen, dass sie recht hatte. KI-Anfragen verbrauchen tatsächlich Wasser und Strom – oft mehr, als man denkt.
Bei YOLU nutzen wir im Team sehr häufig und selbstverständlich KI-Tools. Genau das hat mir aber auch Sorgen gemacht: Wenn wir KI so oft benutzen, sollten wir eigentlich auch wissen, was diese Nutzung kostet. Nicht um Angst zu machen, sondern um bewusster damit umzugehen. Mir wurde klar, dass es nicht bei mir bleiben sollte. Ich wollte die Fakten so aufbereiten, dass auch andere im Team sie in ein paar Minuten verstehen können.
Die Recherche selbst war simpel, aber aufwendig: passende Suchbegriffe bei Google eingeben, Websites durchgehen, alles Relevante in ein Google Doc kopieren. Am Ende hatte ich ein 15-seitiges Dokument voller Fakten, Zahlen und Quellenlinks, was deutlich zu viel für das war, was ich eigentlich zeigen wollte. Also habe ich radikal gekürzt, bis nur noch die Informationen übrig blieben, die wirklich zur Kernfrage passten: Wie viel Ressourcen verbraucht KI – und was kann ich dagegen tun? Am Ende blieben aber trotzdem rund neun Seiten mit den wichtigsten Fakten.
Für die Gestaltung habe ich mich von einer Canva-Vorlage inspirieren lassen. Das Ergebnis ist ein Poster, das ich zwar mag, mit dem ich aber nicht zu hundert Prozent zufrieden bin, weil es ziemlich vollgepackt ist.
Ich habe versucht, so viele der wichtigen Fakten wie möglich unterzubringen, ohne dass das Gesamtbild darunter leidet – und musste einen Kompromiss zwischen Vollständigkeit und Klarheit eingehen. Verständlich ist es trotzdem geworden, aber „luftig“ würde ich es nicht nennen.
Ein Detail, das mir selbst etwas ironisch vorkommt: Für ein Projekt über den Ressourcenverbrauch von KI habe ich selbst mit Claude gearbeitet. Ursprünglich wollte ich das Ganze ohne KI-Unterstützung umsetzen. Aber die Menge an Informationen, die ich in ein so kleines Format quetschen wollte, hätte ich allein nicht hinbekommen.
Die Zusammenarbeit lief über mehrere Schritte: Zuerst haben wir aus meinen farbcodierten Notizen ein reines Fakten-Factsheet erstellt - nur mit den Informationen, die die Kernfrage beantworten. Danach wurde das Ganze im Stil meiner Canva-Vorlage neu gestaltet, mit derselben Farbpalette und Schrift. Am Schluss habe ich das Design in Canva importiert, um noch selber einige Details anpassen zu können.
Von allem, was ich gelesen habe, hat mich ein Vergleich am meisten überrascht: Die Produktion von 200 Gramm Rindfleisch verbraucht ungefähr tausendmal mehr Wasser als eine einzelne KI-Anfrage. Nicht, weil KI harmlos wäre, sondern weil mir bewusst wurde, wie sehr der Wasserverbrauch von KI aber auch von der Fleischindustrie normalisiert wird. Das hat meinen Blick auf das Thema nochmal verschoben: Es geht nicht darum, KI schlecht zu reden, sondern die eigenen Prioritäten und Verhältnisse richtig einzuordnen.
Rückblickend hat mich das Projekt vor allem bei zwei Dingen zum Nachdenken gebracht: bei der eigenen Ernährung (ein fleischfreier Tag pro Woche macht gemäss den Zahlen mehr aus, als ich zuvor gedacht hätte) und beim eigenen Umgang mit KI. Eine kurze, präzise Anfrage statt zehn unscharfer Nachfragen macht einen echten Unterschied; nicht nur beim Ressourcenverbrauch, sondern oft auch bei der Qualität der Antwort.